GR11 Moselbahn 1968

Seit dem 03.08.2009 ist das MSTS–Addon „GR11 – Moselbahn 1968“ als kostenpflichtiger Download bei German Railroads zu haben. Dargestellt wird die rund 116 km lange Moselbahn von Koblenz über Cochem nach Trier und die Stichstrecke nach Traben–Trarbach. Diese Strecke ist unter dem Namen „GR4 – Entlang der Mosel“ 2004 schon einmal erschienen. Jetzt jedoch ist die Strecke noch nicht elektrifiziert, es herrschen Dampf– und Dieselbetrieb. Im Koblenz aber existiert der Fahrdraht schon, denn die linke Rheinstrecke wurde weit vor 1968 elektrifiziert, um den Süden mit dem Ruhrgebiet, wo ein elektrischer Inselbetrieb stattfand, zu verbinden. Allerdings ist nach dem Bahnhof Moselweiß Schluss, dort beginnt der nichtelektrifizierte Abschnitt bis Trier. Im Downloadpaket für 24,95 € befinden sich im pdf–Format Gleispläne, Buchfahrpläne, das Cover und ein kurzes Handbuch.

Die Installation läuft problemfrei, wer das Mega–Paket installiert hat, kann die Strecke ohne Bedenken in dieses integrieren. Es empfiehlt sich bei Verwendung von TrainStore, vor der Installation den Befehl „Hole alles“ auszuführen, da vorhandene Dateien überschrieben werden müssen. German Railroads verwendete zur Aufgabenerstellung den aktuellsten BinPatch der Version 1.8.052113, dieser sollte auch installiert sein.

Die Strecke sollte den GR–Fans schon bekannt sein, bis auf einige wenige Änderungen an der Strecke hat sich von der Streckenführung wenig verändert. Nur der Bahnhof Pünderich ist in seiner Gleisführung neu. Die Landschaft ist vorbildlich gestaltet, die Strecke säumen Bäume, Sträucher und Felder. Auch zwischen den Gleisen in den größeren Bahnhöfen steht Vegetation, so kann z.B. im Güterbahnhof Ehrang nicht von der einer Seite zur anderen geschaut werden. Wirklich sehr realistisch. Zu finden sind auch die für diese Zeit typischen Telegraphenmasten, jedoch fehlen die Freileitungen. Besondere Beachtung verdienen die Signale, es gibt sowohl die guten alten Formsignale wie auch moderne Lichtsignale. Die Signalsichtbarkeit ist einsame Spitze und auch das Aussehen überzeugt. Eine nette Kleinigkeit sind die Fernsprecherhäuschen an wichtigen Signalen. Interessant ist die vorbildgerechte Stellung der Formsignale mit Schmal– bzw. normalen Gittermasten. Nur in den Tunneln scheint mir der Abstand zwischen dem Zug und den Formvorsignalen etwas zu gering. Eine weitere Besonderheit sich die Weichensignale, die auch funktionstüchtig sind. Auf den Nebengleisen sind die Weichen sogar mit Handantrieben ausgestattet. Ein wirklich sehr schön gelungenes Detail. Nachteilig ist die Beschilderung der Geschwindigkeitstafeln. Zwar wird der Hinweis auf eine Geschwindigkeitsbegrenzung mit Lf6 vorbildgerecht angezeigt, aber der eigentliche Anfang wird nicht durch Lf7 angezeigt.

Das Rollmaterial wurde um einige Fahrzeuge erweitert. Besonderes Highlight ist die Dampflok der Baureihe 03.10, die in Aussehen, Fahrverhalten und Sound wirklich gelungen ist. Außerdem sind Dampfloks der Baureihen 01.10, 23, 38, 44, 50, 78 und 82 vorhanden. Bei den Dieselfahrzeugen befinden sich keine Neuheiten, Köf, V36, V60, V100, V160, V200 sowie Dieseltriebwagen der Baureihen 798, 624, VT08.5 und VT11.5 sind jedoch epochegerecht beschildert und lackiert. Bei den elektrischen Fahrzeugen, die nur im Bereich Koblenz zu finden sind, sind u.a. E10 und E40 sowie die Baureihe 151 vorhanden. Hier vermisst man aber die Bereihe 150. Bei den Güter– und Personenwagen sind einige Neulackierungen dabei. 16 abwechslungsreiche Aufgaben zu verschiedenen Jahreszeiten sind im Paket enthalten. Der KI–Verkehr ist gut, nicht zu viel und auch nicht zu wenig. In der Regel bekommt man einen Gegenzug auch nur einmal zu sehen. Der Sound der „KI–Lokomotiven“ ist unterschiedlich, einige Dampflokomotiven hört man auf seinem Führerstand nicht, andere umso lauter. Übrigens ist der Dampfloksound einiger Baureihen nicht vorbildgerecht, bei der 01.10 hört man im hohen Geschwindigkeitsbereich Auspuffschläge. Hier hätte auch der 03.10–Sound besser gepasst. Auch der Abdampf einiger Dampflokomotiven im KI–Verkehr ist etwas gering, das kann aber auch am BinPatch liegen. Auf jeden Fall ist der Sound der Güterwagen zu laut, geübte Trainsimer sollte die Sounddateien der Güterwagen etwas bearbeiten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass German Railroads wieder einmal ein Meisterstück gelungen ist. Strecke, Rollmaterial und die vielen kleinen Extras raten zum Kauf. Die Kleinigkeiten, die negativ auffallen, trüben den sehr guten Gesamteindruck in keiner Weise. Freunde der alten Bundesbahn kommen in jedem Falle zum Zuge, die abwechslungsreichen Aufgaben decken das gesamte Spektrum des Fahrbetriebes in der damaligen Zeit ab. Also dann: Kaufen, Spielen, Freuen.

Steffen

 

Autor :
Steffen
Hersteller :
-
Datum :
26.06.2009
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